Nach dem „Was“ und dem „Warum“ kommen nun ganz viel Ideen zum „Wie“. Denn es gibt so viele Möglichkeiten, Journaling in den Alltag zu bringen, dass für jede:n etwas dabei ist. Deswegen möchte ich nach und nach diese unterschiedlichen Journaling-Varianten vorstellen.

Freies Journaling

Diese Art zu Journaln ist ganz nah am Tagebuch schreiben, wie es viele Menschen kennen. Es gibt keine vorgefertigten Fragen, die Dich führen können. Statt dessen nimmst du ein weißes Blatt Papier (oder vielleicht auch eine tolle Vorlage mit inspirierenden Bildern im Hintergrund) und schreibst drauf los, was dich beschäftigt. Du musst nicht mit „Liebes Tagebuch“ beginnen. Doch manchmal hilft es tatsächlich sich vorzustellen, an eine:n Freund:in oder nahe Person zu schreiben.

Diese Methode mögen manche Kreative sehr gerne, diejenigen mit vielen Ideen und die Freiheitsdenker.

Gerade zu Beginn, wenn man noch keine Morgenroutine entwickelt hat, kann diese Methode einschüchternd sein. Die Angst vor dem weißen, leeren Blatt kann vielleicht schon so abschreckend sein, dass du gar nicht beginnen möchtest. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass du dich in negativen Gedanken verlaufen kannst. Und genau das ist für mich das Gegenteil von dem, was das Journaling für mich bedeutet und erreichen soll. Wenn ein Tag oder auch eine Situation mal richtig mies gewesen ist, gehört es natürlich auch dazu, das im Journal heraus zu lassen. Doch mit Fragen, die auf positive Aspekte ausgerichtet sind, kann ich diese erst einmal sehen und gehe dann auch positiver weiter.

Dankbarkeitsjournal

Eine spezielle Art für das Journaling ist ein Dankbarkeitsjournal. Wie der Name es sagt, notierst du dir, wofür du dankbar bist. Das kann ganz einfach auf einem Blatt Papier der Fall sein. Wenn du dir aber diese Zettel sammelst, zum Beispiel in einem Ordner oder in einem Heft, hast du für Zeiten, in denen es dir nicht so gut geht, eine wundervolle Sammlung positiver Erlebnisse und Situationen. Und zwar nicht von anderen Menschen, was du vielleicht gar nicht nachfühlen kannst, sondern aus deiner Erinnerung. Vielleicht hilft es dir sogar, dich wieder in diese schönen Momente zurück zu versetzen. Damit hast du eine prima Möglichkeit, deine Stimmung zu verbessern.

Anfangs kann es sich komisch anfühlen, Dinge aufzuschreiben, für die du dankbar bist. Vielleicht fällt dir auch gar nichts besonderes ein. An solchen Tagen ist es absolut ok, ganz allgemeine Dinge wie das Dach über dem Kopf oder eine warme Wohnung aufzuschreiben. So dunkel manche Tage auch sind, findet sich doch immer etwas, für das du dankbar bist – egal wie klein es sich auch anfühlen mag. Auch mit einer absoluten Selbstverständlichkeit und einer totalen Kleinigkeit öffnest du einen Kanal für das Positive und kannst so deine Stimmung etwas aufhellen.

Besonders:

Eine Besonderheit bei einem Dankbarkeitsjournal ist auch, dass diese Version, ein Journal zu schreiben, auch gut in deiner Abendroutine funktioniert. Wenn du dich regelmäßig abends auch nur für ein paar Minuten hinsetzt und die Dinge notierst, für die du an diesem Tag dankbar bist, stellt sich eine ganz tolle Routine ein: du überlegst während des Tages schon, welches Ereignis oder welche Situation am Abend in das Dankbarkeitsjournal eingetragen werden kann. Irgendwie suchst du regelrecht nach Dingen, für die du dankbar bist und das richtet den Blick ganz stark auf diese positiven Aspekte.

Mittlerweile fühlt sich Dankbarkeit für viele Menschen schon abgedroschen an. An allen Ecken bekommst du gesagt, wie wichtig es ist und das kann nerven. Das alles ändert aber nichts daran, dass es mittlerweile sogar Studien gibt, in denen die Wirksamkeit einer Dankbarkeitspraxis bestätigt worden ist. Menschen, die ein Dankbarkeitstagebuch führen, sind oft optimistischer und auch motivierter, Ziele zu erreichen. Auch auf die körperliche Gesundheit scheint sich eine regelmäßige Dankbarkeitsübung auszuwirken. Und dass sich Ängste, Depressionen und Stresssymptome zumindest lindern lassen, klingt irgendwie logisch: schließlich schließen sich diese Emotionen gleichzeitig aus.

Das waren die ersten Arten, ein Journal zu schreiben, die ich dir vorstellen wollte. Weitere werden in jedem Fall folgen, denn es gibt noch viele verschiedene Möglichkeiten. Außerdem mische ich in meinen Journaling Vorlagen verschiedene Arten und Versionen. So kannst du dir die Pakete zusammen stellen, die für dich am besten funktionieren, oder auch täglich spontan und flexibel entscheiden, was du gerade am ehesten brauchst.

Journal und Tagesplaner von Sandras Photoladen